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Gewöhnt euch daran! Hamilton lässt aufhorchen

May 22, 2026  Twila Rosenbaum  7 views
Gewöhnt euch daran! Hamilton lässt aufhorchen

Lewis Hamilton hat einmal mehr klargestellt, dass er nicht an einen Rücktritt denkt. Vor dem Grand Prix von Kanada 2026 wischte der Formel-1-Rekordweltmeister alle Gerüchte beiseite, die in den letzten Wochen aufgekommen waren. Der Brite, der seit 2025 für das Ferrari-Team fährt, betonte, dass sein Vertrag bis 2027 läuft und er alles andere als müde sei. „Ich habe einen laufenden Vertrag, für mich ist alles zu 100 Prozent klar“, sagte Hamilton. „Ich bin motiviert, ich tue, was ich liebe. Ich werde noch eine Weile hier unterwegs sein, also gewöhnt euch daran.“

Die Aussage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spekulationen über Hamiltons Zukunft immer lauter wurden. Vor allem seine anhaltende Sieglosigkeit – sein letzter Grand-Prix-Sieg datiert aus dem Jahr 2024 – und die durchwachsenen Ergebnisse bei Mercedes in den Jahren 2022 bis 2024 hatten viele Beobachter zu der Annahme verleitet, dass der Brite vielleicht schon bald seinen Helm an den Nagel hängen könnte. Besonders ein Gerücht hielt sich hartnäckig: Hamilton könnte bei seinem Heimrennen in Silverstone seinen offiziellen Abschied bekannt geben. Der 41-jährige Ferrari-Pilot dementierte dies jedoch kategorisch. „Es gibt viele, die das gerne sehen würden, aber mir kommt das gar nicht in den Sinn“, erklärte er und ergänzte: „Bis auf Weiteres will ich in der Formel 1 bleiben.“

Hamiltons Wechsel zu Ferrari war einer der spektakulärsten Transfers der jüngeren Formel-1-Geschichte. Nach zwölf Jahren bei Mercedes, in denen er sechs seiner sieben Weltmeistertitel gewann, wechselte er zur Saison 2025 nach Maranello. Die Erwartungen waren enorm – sowohl bei den Tifosi als auch in der gesamten Motorsportwelt. Viele sahen in der Kombination aus dem erfolgreichsten Fahrer der Geschichte und der traditionsreichsten Rennmarke eine Traumehe. Doch die ersten anderthalb Jahre verliefen alles andere als optimal. Während Teamkollege Charles Leclerc konstant starke Leistungen zeigte und mehrere Podestplätze sowie einen Sieg einfuhr, blieb Hamilton ein durchschlagender Erfolg verwehrt. Sein bisher bestes Ergebnis war ein dritter Platz im März 2026, also zu Beginn seiner zweiten Saison bei Ferrari. Dieser Podiumsplatz in Australien – oder wo auch immer der Lauf stattfand, an dem er Dritter wurde – gab zwar Hoffnung, aber seither konnte Hamilton nicht mehr an diese Leistung anknüpfen.

Die Gründe für die schwachen Ergebnisse sind vielfältig. Zum einen hatte Ferrari mit der Entwicklung des 2025er und 2026er Boliden zu kämpfen. Das Team erlebte eine unerwartete Performance-Delle, die auf ein falsch eingeschlagenes aerodynamisches Konzept zurückgeführt wurde. Während der SF-25 zu Beginn der Saison 2025 noch konkurrenzfähig war und Leclerc sogar einen Sieg in Monaco einfahren konnte, ließ die Form im Laufe der Saison nach. Für 2026 setzte Ferrari auf eine grundlegende Überarbeitung, doch die ersten Rennen zeigten, dass der Rückstand auf die Spitzenteams Red Bull und Mercedes noch nicht komplett aufgeholt ist. Hinzu kam, dass Hamilton sich an das sehr spezifische Fahrverhalten des Ferrari gewöhnen musste. Im Gegensatz zu den Mercedes-Boliden, die er jahrelang perfekt beherrschte, reagiert der Ferrari empfindlicher auf Veränderungen im Fahrstil. Hamilton selbst gab zu, dass er noch nicht vollständig mit dem Auto harmonieren würde. „Es ist ein ständiger Lernprozess. Jedes Auto hat seine Eigenheiten, aber ich bin zuversichtlich, dass wir den Dreh noch bekommen“, so der Brite.

Dennoch ist die Zeit nicht auf seiner Seite. Mit 41 Jahren ist Hamilton der zweitälteste Fahrer im Feld nach Fernando Alonso. Die Frage nach dem Karriereende stellt sich daher automatisch. Doch Hamilton wehrt sich gegen das Narrativ des alternden Champions. Er betont immer wieder, dass er körperlich und mental topfit sei und keine Anzeichen von Nachlassen spüre. Sein Regiment an Fitness und Ernährung sei strenger denn je, und er investiere viel Zeit in die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren, um das Auto zu verbessern. „Ich liebe diesen Sport mehr als alles andere. Jeder Rennsonntag gibt mir Energie. Warum sollte ich aufhören, wenn ich noch nicht genug habe?“

Die aktuellen Spekulationen wurden auch durch einen kürzlichen Bericht angeheizt, wonach Hamilton sich mit anderen Teams getroffen habe, um Optionen für die Zeit nach 2027 auszuloten. Hamilton dementierte dies umgehend: „Meine Zukunft liegt bei Ferrari. Ich fühle mich hier wohl und das Team gibt mir alles, was ich brauche. Wir werden gemeinsam wieder nach vorne kommen.“ Auch Ferrari-Teamchef Fred Vasseur zeigte sich zuversichtlich: „Lewis ist ein absoluter Profi. Er bringt Erfahrung, Know-how und eine unglaubliche Arbeitsmoral mit. Wir sind voll auf ihn fokussiert und arbeiten daran, ihm ein siegfähiges Auto zu geben.“

Der Grand Prix von Kanada an diesem Wochenende könnte ein erster Test sein, ob Ferrari wirklich Fortschritte gemacht hat. Die Strecke in Montreal gilt als Fahrerstrecke, die weniger von der reinen Motorleistung abhängt und mehr von der Balance des Autos und dem Können des Piloten. Hamilton hat auf dem Circuit Gilles Villeneuve bereits sieben Mal gewonnen – mehr als jeder andere Fahrer. Ein Sieg hier wäre nicht nur die ultimative Antwort auf alle Kritiker, sondern auch ein starkes Signal an das gesamte Team. „Ich habe hier tolle Erinnerungen. Die Stimmung ist immer fantastisch. Wenn es einen Ort gibt, an dem wir das Blatt wenden können, dann ist es Montreal“, sagte Hamilton mit einem Lächeln.

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Max Verstappen dominiert weiterhin die Szene und führt die Fahrerwertung deutlich an. Auch Lando Norris und Oscar Piastri bei McLaren haben in dieser Saison bereits gezeigt, dass sie ein Wörtchen mitreden können. Hamilton selbst liegt in der Gesamtwertung nur auf Rang fünf, mit einem deutlichen Rückstand auf die Spitze. Dennoch gibt er sich kämpferisch: „Es ist noch nichts entschieden. Wir sind erst bei Rennen sieben von 24. In der Formel 1 kann sich alles schnell ändern. Ein gutes Upgrade, eine andere Strategie, ein glücklicher Safety-Car – und schon bist du wieder vorne dabei.“

Fest steht: Solange Lewis Hamilton selbst das Gefühl hat, dass er noch nicht am Ende angekommen ist, wird er nicht aufhören. Seine Ansage „Gewöhnt euch daran“ war deutlich. Die Formel 1 wird sich wohl noch eine Weile an den Briten in Rot gewöhnen müssen – sehr zur Freude der Fans und zur Verwunderung seiner Kritiker. Ob er am Ende noch einmal einen achten Weltmeistertitel einfahren kann, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Aufgeben steht nicht auf seinem Plan.


Source: MSN News


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