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"Leid und Herrlichkeit" verpasst?: TV-Wiederholung und Online-Mediathek im Überblick

May 25, 2026  Twila Rosenbaum  5 views
"Leid und Herrlichkeit" verpasst?: TV-Wiederholung und Online-Mediathek im Überblick

Am Montag, den 25. Mai 2026, strahlte der Sender Arte den Spielfilm „Leid und Herrlichkeit“ (Originaltitel: „Dolor y gloria“) aus. Das halbautobiografische Werk des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar aus dem Jahr 2019 zählt zu seinen persönlichsten Filmen und wurde international gefeiert. Für alle, die die Erstausstrahlung verpasst haben, gibt es jedoch eine zweite Chance: Arte zeigt den Film am 2. Juni 2026 um 14.00 Uhr erneut im Fernsehen. Darüber hinaus steht der Film möglicherweise in der Arte-Mediathek zur Verfügung – je nach Lizenzlage für einen begrenzten Zeitraum.

Handlung von „Leid und Herrlichkeit“

Im Zentrum der Handlung steht der alternde Filmemacher Salvador Mallo, gespielt von Antonio Banderas. Er lebt zurückgezogen in seiner überfüllten Madrider Wohnung und leidet unter körperlichen Beschwerden sowie kreativer Blockade. Die Wiederaufführung seines früheren Films „Sabor“ bringt ihn zurück ins öffentliche Leben. Diese Begegnung mit der Vergangenheit führt zu einer Versöhnung mit einem entfremdeten Freund und weckt Erinnerungen an seine große Liebe Federico. Parallel dazu reflektiert Salvador in Rückblenden seine Kindheit in den 1960er Jahren in einem Dorf in Valencia, die von der liebevollen, aber strengen Mutter Jacinta (verkörpert von Penélope Cruz als junge Mutter) geprägt war. Almodóvar verwebt geschickt die Ebenen von Schmerz und Kreativität, Schuld und Vergebung – ein intimes Porträt eines Künstlers, der sich seiner eigenen Geschichte stellt.

Hintergrund: Pedro Almodóvar und sein Alterswerk

Pedro Almodóvar, einer der bedeutendsten spanischen Regisseure der Gegenwart, ist bekannt für seine farbenfrohen, oft provokativen Filme, die mit Tabus brechen und starke weibliche Figuren in den Mittelpunkt stellen. Mit „Leid und Herrlichkeit“ schlug er eine überraschend ruhige, melancholische Ton an. Der Film wird oft als sein persönlichstes Werk bezeichnet, da er viele Elemente aus Almodóvars eigenem Leben aufgreift: die schwierige Beziehung zur Mutter, die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität und die körperlichen Leiden im Alter. Die Premiere des Films erfolgte 2019 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo Antonio Banderas den Preis als bester Schauspieler erhielt. Auch eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ sowie eine weitere für Banderas als bester Hauptdarsteller folgten. Die deutschsprachige Kritik lobte die bewegende Inszenierung und die herausragende schauspielerische Leistung Banderas, der für diese Rolle sogar lernen musste, Heroin zu konsumieren – eine Darstellung, die als extrem authentisch beschrieben wurde.

TV-Wiederholung und Mediathek

Die Wiederholung am 2. Juni 2026 um 14 Uhr auf Arte bietet eine weitere Gelegenheit, den Film im linearen Fernsehen zu sehen. Parallel dazu können Zuschauer die Mediathek von Arte nutzen. Dort sind viele Sendungen nach der Ausstrahlung für einen bestimmten Zeitraum abrufbar – bei Spielfilmen sind das meist 30 bis 90 Tage. Da die Rechte jedoch variieren, empfiehlt es sich, direkt auf der Plattform nach der aktuellen Verfügbarkeit zu suchen. Der Film kann auch kostenpflichtig bei verschiedenen Video-on-Demand-Anbietern wie Amazon Prime Video, Apple TV oder Google Play ausgeliehen oder gekauft werden. Wer also die Frist in der Mediathek verpasst, hat dennoch die Möglichkeit, Almodóvars Meisterwerk zu sehen.

Cast und Schauspieler

Die Besetzung des Films liest sich wie ein „Who’s Who“ des spanischen Kinos. Neben Antonio Banderas in der Hauptrolle sind unter anderem Asier Etxeandia als Alberto Crespo, Leonardo Sbaraglia als Federico Delgado, Penélope Cruz als die junge Jacinta und Nora Navas als Mercedes zu sehen. Julieta Serrano verkörpert die ältere Jacinta, während Cecilia Roth als Zulema und Asier Flores als der junge Salvador Mallo auftreten. Die Liste der Nebenrollen umfasst viele bekannte Gesichter wie Raúl Arévalo, Pedro Casablanc und sogar die Sängerin Rosalía in einer kleinen Rolle als Rosita. Jeder Schauspieler trägt zur tiefen Emotionalität des Films bei, wobei insbesondere das Zusammenspiel zwischen Banderas und Cruz als bewegend gilt.

Bewertung und Rezeption

Der Film erntete bei Kritikern und Publikum außerordentlich positive Bewertungen. Auf Rotten Tomatoes hält „Dolor y gloria“ eine Zustimmungsrate von 96 Prozent, und auf Metacritic erreicht er einen Metascore von 87. In der deutschsprachigen Presse wurde das Werk oft als „Alterswerk“ bezeichnet, das mit einer ungewohnten Zurückhaltung daherkommt, aber dennoch die typische Almodóvar-Exzessivität in den Rückblenden aufblitzen lässt. Das Publikum bewertet den Film bei IMDb mit 7,5 von 10 Sternen. Die erwähnte Gesamtbewertung von 4 von 5 Sternen spiegelt diese hohe Qualität wider. Besonders hervorgehoben werden die sensible Regie, das kunstvolle Drehbuch und die melancholische Grundstimmung, die den Zuschauer tief berührt.

Detaillierte Analyse der Erzählstruktur

Ein besonderes Merkmal von „Leid und Herrlichkeit“ ist die nichtlineare Erzählweise. Der Film springt zwischen drei Zeitebenen: der Gegenwart (um 2018/2019), der Zeit um 1980 (als Salvador seinen ersten großen Erfolg feiert) und der Kindheit in den 1960er Jahren. Diese Struktur ermöglicht es dem Regisseur, die psychologischen Entwicklungen seines Protagonisten zu ergründen. Die Gegenwart zeigt Salvador als gebrochenen Mann, der unter chronischen Schmerzen leidet – eine Metapher für die unverarbeiteten Traumata seiner Vergangenheit. Die Wiederaufführung von „Sabor“ wird zum Katalysator: Salvador trifft den Schauspieler Alberto, mit dem er sich nach einem langen Zerwürfnis versöhnt. Diese Begegnung führt zur Wiederbegegnung mit Federico, seiner ersten großen Liebe, die er in den 80er Jahren in New York verlor. Die intensiven, sexuell aufgeladenen Rückblenden werden von Almodóvar mit großer Zärtlichkeit inszeniert. Die Kindheitsszenen hingegen zeigen die prägenden Momente mit der Mutter, die ihn sowohl liebte als auch unterdrückte. Die Mutter, die sich eine andere Zukunft für ihren Sohn gewünscht hätte, steht symbolisch für den kulturellen und sozialen Druck, dem Salvador ausgesetzt war.

Künstlerische Umsetzung

Die Kameraarbeit von José Luis Alcaine unterstreicht die emotionale Tiefe des Films. Warme, erdige Töne dominieren die Gegenwartsszenen, während die Rückblenden in hellem, fast überbelichtetem Licht erscheinen – ein Hinweis auf die verklärte Erinnerung. Die Musik von Alberto Iglesias untermalt die Handlung mit einer eindringlichen, minimalistischen Partitur, die nie aufdringlich wirkt. Almodóvar selbst hat betont, dass der Film eine Art Katharsis für ihn war – eine Möglichkeit, sich mit seiner eigenen Sterblichkeit und den ungelösten Konflikten mit seiner Mutter auseinanderzusetzen. Der Film enthält mehrere ikonische Szenen, etwa die Sequenz, in der Salvador das Heroinkonsum-Ritual von Alberto nachahmt, oder das berührende Abschlussbild, das den Kreis der Erzählung schließt.

Rezeption im deutschsprachigen Raum

In Deutschland und Österreich wurde der Film sowohl von Filmkritikern als auch vom breiten Publikum positiv aufgenommen. Die renommierte Zeitschrift „Der Spiegel“ lobte die „große Kunst der Reduktion“, während die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb, Almodóvar zeige, „dass Melancholie genauso fesselnd sein kann wie Hysterie“. Arte selbst bewarb den Film als „Meisterwerk des spanischen Kinos“ und ordnete ihn in das Spätwerk des Regisseurs ein. Die Ausstrahlung am 25. Mai 2026 war Teil einer Reihe, die Almodóvars Filme würdigt. Der Film eignet sich besonders für Cineasten, die sich für autobiografisches Kino und die Verarbeitung von Erinnerung interessieren, aber auch für alle, die sich von einer leisen, aber intensiven Geschichte berühren lassen möchten.

Zusätzlich zu den genannten Wiederholungen und Mediathek-Angeboten gibt es zahlreiche Hintergrundberichte und Interviews mit dem Regisseur und den Schauspielern, die online verfügbar sind. Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, kann sich auch mit anderen Werken Almodóvars wie „Alles über meine Mutter“ oder „Sprich mit ihr“ beschäftigen, die thematische Parallelen aufweisen. Die Fülle an Details und die sorgfältige Inszenierung machen „Leid und Herrlichkeit“ zu einem Film, den man mehrfach sehen kann, um immer neue Nuancen zu entdecken.


Source: News.de News


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