Die Gerüchteküche um Kevin Durant brodelt seit Wochen, doch nun zeichnet sich eine konkrete Entscheidung ab. Laut ESPN-Insider Shams Charania haben die Phoenix Suns die Liste der möglichen Trade-Partner für ihren Superstar auf nur noch drei Teams eingedampft. Und das, obwohl Durant selbst angeblich die San Antonio Spurs als sein Wunschziel auserkoren hatte. Offenbar wird dieser Wunsch nicht erfüllt – zumindest nicht nach aktuellem Stand.
Die Ausgangslage: Warum ein Trade unausweichlich scheint
Kevin Durant, einer der besten Scorer der NBA-Geschichte, hatte sich erst vor zwei Jahren den Phoenix Suns angeschlossen. Nach einem spektakulären Trade von den Brooklyn Nets sollten er, Devin Booker und Bradley Beal ein neues Dynasty-Team formen. Doch die Realität sah anders aus: Die Suns schieden in den Playoffs früh aus, zuletzt in der ersten Runde gegen die Minnesota Timberwolves. Die Chemie im Team stimmte nicht, und die Gehaltsstruktur ließ kaum Spielraum für Verbesserungen. Besonders Bradley Beals Vertrag erwies sich als schwer zu handhaben, da er eine No-Trade-Klausel besitzt. So rückte Durant, der im August 37 Jahre alt wird, in den Fokus von Trade-Gesprächen.
Durants Wunsch: San Antonio Spurs
Mehrere Berichte deuteten darauf hin, dass Durant gerne zu den San Antonio Spurs wechseln würde, um dort gemeinsam mit dem jungen Superstar Victor Wembanyama zu spielen. Die Kombination aus Durants Erfahrung und Scoring-Fähigkeit mit Wembanyamas einzigartiger Defensivpräsenz klang für viele wie ein Traumduo. Zudem wäre San Antonio für Durant eine Rückkehr in den Südwesten, wo er seine Karriere bei den Seattle Supersonics/Oklahoma City Thunder begann. Doch die Spurs verfügen über ein reiches Arsenal an jungen Talenten und zukünftigen Draft-Picks, was sie zu einem attraktiven Verhandlungspartner macht. Dennoch scheinen die Suns aktuell nicht an einem Deal mit den Spurs interessiert zu sein – oder die Spurs bieten nicht genug.
Drei Teams im Rennen – und ein klarer Favorit
Laut Shams Charania haben die Suns die Gespräche auf drei Teams fokussiert: die Golden State Warriors, die Houston Rockets und ein weiteres, bisher nicht genanntes Team. Der große Favorit soll dabei die Mannschaft sein, die bereit ist, ein Paket aus mehreren Erstrunden-Picks und einem jungen Star zu schnüren. Die Warriors haben mit Stephen Curry, Draymond Green und Coach Steve Kerr bereits eine erfolgreiche Vergangenheit mit Durant (zwei Meisterschaften 2017 und 2018). Eine Rückkehr zu den Warriors wäre sportlich reizvoll, doch die Warriors müssten dafür tief in ihre Zukunftsinvestitionen greifen. Die Rockets hingegen sind ein aufstrebendes Team mit vielen jungen Talenten wie Jalen Green, Alperen Şengün und Amen Thompson, plus einer Reihe von Draft-Assets aus den vergangenen Jahren. Auch sie könnten ein überzeugendes Angebot vorlegen.
Der Zeitplan: Trade vor dem NBA-Draft
Der NBA-Draft findet am 26. Juni statt, und dieser Termin gilt als entscheidend. Sollte ein Trade vor dem Draft über die Bühne gehen, könnte der abgebende Klub die erhaltenen Draft-Picks direkt für die Auswahl von Neuprojekten nutzen. Für die Suns ist dies besonders wertvoll, da sie nach dem Trade für Durant ihre eigenen Picks weitgehend verloren haben. Ein Trade vor dem Draft würde ihnen ermöglichen, sofort Kapital für den Neuaufbau zu sammeln. Sollte sich der Deal verzögern, könnten die Verhandlungen noch bis in die Free-Agency-Phase im Juli hineinziehen – was aber komplizierter wäre.
Analyse: Was bedeutet ein Trade für die NBA-Landschaft?
Ein Wechsel von Kevin Durant hätte immense Auswirkungen auf die Kräfteverhältnisse in der NBA. Bei den Warriors würde er sofort wieder einen Titelanwärter formen, insbesondere wenn die Gesundheit von Klay Thompson stabil bleibt. Bei den Rockets hingegen würde er einem jungen Kern sofortige Siegerfahrung verleihen, ähnlich wie es Chris Paul einst bei den Thunder tat. Für die Suns würde ein Trade das Ende der Ära der „Big Three“ bedeuten. Devin Booker würde dann als alleiniger Star zurückbleiben, was entweder einen Neuaufbau oder einen anderen Trade nach sich ziehen könnte. Auch Bradley Beals Situation müsste dann neu bewertet werden.
Durant selbst ist trotz seines Alters noch immer einer der dominantesten Spieler der Liga. In der vergangenen Saison erzielte er im Schnitt über 27 Punkte pro Spiel bei einer Effizienz von über 50 % aus dem Feld. Sein Scoring bleibt auf höchstem Niveau, und seine Fähigkeit, Spiele im entscheidenden Moment zu übernehmen, ist unbestritten. Allerdings wird seine Verteidigung mit zunehmendem Alter etwas schwächer, und seine Verletzungsanfälligkeit (Achillessehnenriss 2019) bleibt ein Risiko für jedes Team, das mehrere Jahre an ihn binden möchte.
Die Rolle der Teamoptionen und Gehaltsfragen
Kevin Durant hat für die Saison 2025/26 ein Gehalt von rund 54,28 Millionen US-Dollar. Sein Vertrag läuft noch zwei Jahre mit einer Spieleroption für 2026/27. Ein aufnehmendes Team müsste also erhebliches Gehaltsvolumen abgeben, um die Trade-Regeln einzuhalten. Die Warriors könnten etwa Andrew Wiggins, Jonathan Kuminga und Moses Moody sowie Draft-Picks kombinieren. Die Rockets hätten mit Dillon Brooks, Jalen Green und mehreren Verträgen ebenfalls flexible Gehaltsmöglichkeiten. Die dritte, nicht genannte Mannschaft könnte die Oklahoma City Thunder sein, die über zahlreiche Draft-Picks und junge Spieler verfügen. Auch die Dallas Mavericks oder die Miami Heat könnten als heimliche Kandidaten auftauchen.
Historische Parallelen: Stars, die ihren Wunsch nicht bekamen
In der Geschichte der NBA gab es immer wieder Fälle, in denen Stars ihren gewünschten Trade-Partner nicht erreichten. Carmelo Anthony wollte ursprünglich zu den Bulls, landete aber 2011 bei den Knicks. Paul George äußerte öffentlich den Wunsch, zu den Los Angeles Lakers zu wechseln, wurde aber zu den Oklahoma City Thunder getradet. Auch Anthony Davis erzwang zwar einen Trade zu den Lakers, aber die Pelicans ließen ihn erst nach langem Hin und Her ziehen. In Durants Fall ähnelt die Situation der von James Harden, der mehrfach seine Wunschziele benannte, aber letztlich dorthin ging, wo das beste Angebot lag. Die Franchises müssen letztlich den besten Wert für ihr Asset maximieren, nicht den Wunsch des Spielers erfüllen.
Die Perspektive der Phoenix Suns: Was bleibt nach Durant?
Sollte der Trade vollzogen werden, stehen die Suns vor einem Neuanfang. Mit Devin Booker haben sie immer noch einen der besten Shooting Guards der Liga, aber um ihn herum müsste ein neues Team aufgebaut werden. Die erhaltenen Draft-Picks und jungen Spieler könnten die Grundlage für eine schnelle Neuausrichtung bieten. Allerdings ist die Western Conference extrem wettbewerbsintensiv, mit Teams wie den Denver Nuggets, den Minnesota Timberwolves und den Dallas Mavericks, die in den kommenden Jahren dominieren werden. Ein kompletter Neuaufbau könnte mehrere Saisons dauern, zumal die Suns bis 2030 nur begrenzte Kontrolle über ihre eigenen Erstrunden-Picks haben – ein Erbe der Trades für Durant und Beal.
Mögliche Trade-Szenarien im Detail
Szenario 1: Golden State Warriors
Die Warriors bieten Andrew Wiggins (aufgeblähter Vertrag), Jonathan Kuminga (vielversprechendes Talent) und Moses Moody (Rolle als 3&D-Spieler) sowie zwei ungeschützte Erstrunden-Picks. Dazu könnte ein weiterer Pick-Swap hinzukommen. Die Suns bekämen sofort zwei junge Spieler, die in die Rotation passen, und Wiggins' Gehalt wäre ausgleichbar. Für die Warriors wäre Durant die sofortige Verstärkung für einen letzten Titellauf mit Curry.
Szenario 2: Houston Rockets
Die Rockets bieten Jalen Green (Scoring-Guard mit hohem Potenzial) oder Alperen Şengün (jungen Center mit All-Star-Ansätzen), dazu Dillon Brooks (Vertrag als Defender) und mehrere Picks. Da die Rockets viele junge Spieler haben, könnten sie ein attraktives Paket ohne großen Gehaltsstress schnüren. Für die Suns wäre Green ein interessanter Baustein, während Şengün vielleicht zu wertvoll für Houston wäre.
Szenario 3: Drittes Team (möglicherweise Oklahoma City Thunder)
Die Thunder hätten mit Josh Giddey, Jalen Williams und zahlreichen Draft-Picks eines der besten Asset-Portfolios der Liga. Ein Paket aus Giddey, einem jungen Big Man und mehreren Erstrunden-Picks könnte die Suns überzeugen. Oklahoma City hätte dann ein Trio aus Shai Gilgeous-Alexander, Kevin Durant und Chet Holmgren – ein sofortiger Titelkandidat.
Fazit (ohne Zusammenfassung)
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Kevin Durant tatsächlich sein Wunschziel verwehrt bleibt oder ob sich doch noch eine überraschende Wendung ergibt. Die Suns haben die Zügel in der Hand und werden den besten verfügbaren Deal wählen. Die NBA bereitet sich auf einen der größten Trades der Offseason vor, der die Liga in den nächsten Jahren prägen könnte. Insider gehen davon aus, dass bis zum Draft-Klarheit herrscht. Bis dahin heißt es für Fans und Analysten: abwarten, welche Mannschaft am Ende den Superstar aus Phoenix lotst.
Source: Spox News